Liquids – Worauf muss ich achten?

Liquids für E-ZigarettenDamit eine elektrische Zigarette dampft, braucht man etwas, das in ihr verdampft werden kann. Diese Flüssigkeit, mit der die Depots oder Tanks gefüllt werden, wird im Allgemeinen als “Liquid” bezeichnet. Es finden sich auch andere, mehr oder weniger gute Bezeichnungen. Von der Bezeichnung “Aroma-Flüssigkeit” bis zur unsäglichen Schwachsinnigkeit “Nikotinkonzentrat” habe ich schon einges gehört. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Liquids mit unterschiedlichen Grundsubstanzen, verschiedenen Aromen und Nikotinmengen.

Woraus bestehen Liquids?
Die meisten Liquids bestehen aus diesen drei Grundsubstanzen:

  • Propylenglykol (PG)
  • Glycerin (VG)
  • destiliertes Wasser

Propylenglykol ist als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Es wird z.B. in Zahnpasta, medizinischen Inhalatoren und Infusionslösungen verwendet. Es ist außerdem einer der Hauptbestandteile des Nebelfluids für Nebelmaschinen und ist auch in Frostschutzmittel enthalten. Allerdings wird in Liquids für E-Zigaretten pharmazeutisches PG und in Nebelmaschinen und Frostschutzmittel industrielles PG verwendet (deswegen ist der in den Medien so gehypte Zusammenhang zwischen E-Zigaretten und Frostschutzmitteln absurd!).

Glycerin ist ebenfalls als Lebensmittelzusatz zugelassen. Es wird z.B. als Feuchthaltemittel in Kaugummi verwendet. VG ist als Trägerstoff nicht ganz unbedenklich, da unter Sauerstoffabschluss bei Temperaturen über ca. 200° Acrolein entstehen kann. Dies ist aber im Normfall bei herkömmlichen elektrischen Zigaretten nicht der Fall, da die Temperatur beim Verdampfen weit darunter liegt.

Die Menge der jeweiligen Stoffe variiert je nach Hersteller. Häufig wird eine Zusammensetzung von 55% Propylenglykol, 35% Glycerin , 10% destilliertes Wasser als Basis verwendet. Es sind allerdings auch andere Mischverhältnisse zu finden.

Seltener wird auch Polyethylenglykol (PEG 400) als Basis verwendet. Solche Liquids sind eine Alternative für Menschen, die auf PG allergisch reagieren.

Je nach Belieben, kann einem Liquid auch Aroma zugesetzt werden. Es sind die verschiedensten Aromen verfügbar. Verschiedene Aromen entfalten häufig eine unterschiedliche Geschmacksintensität. Meistens sind die verfügbaren Liquids gut abgestimmt, wobei ich auch bei namhaften Herstellern schon enttäuscht wurde was die Geschmacksintensität angeht. Hier ist ausprobieren gefragt. Die meisten Dampfer-Neulinge beginnen mit Tabak-Aromen und landen später auch gerne bei fruchtigen Geschmackssorten. Viele Anbieter unterscheiden in Kategorien: Tabak, Frucht, Spezial, etc.

Hier sind einige Beipiele für verfügbare Aromen (alle von mir getestet und für gut befunden):

Tabak:

  • Virginia
  • Cuban Supreme
  • Burley
  • Desert Ship
Frucht:

  • Black Cherry
  • Forrest Fruits
  • Strawberry
Spezial:

  • Spearmint
  • Tiramisu
  • Hazelnut

Was man nicht schönreden kann ist, dass es keine Liquids gibt, die genau wie eine Zigarette schmecken. Was fehlt, ist der für Zigaretten typische “verbrannte” Geschmack. Allerdings berichten die meisten Dampfer, dass sie nach kurzer Zeit den Geschmack der alten Kippe nicht mehr vermissen. Alle Liquids haben einen mehr oder weniger ausgeprägten süßlichen Geschmack, da die Basen von Natur aus diese Note mit sich bringen. Liquids haben in der Regel wenig Geruch. Mein Familien- und Freundeskreis freut sich jedoch immer, wenn ich mal wieder das nach Zuckerwatte riechende “Virginia” in meiner “Dampfarette” habe ;-)

Des weiteren kann ein Liquid auch Nikotin enthalten. Hier sind verschiedenen Nikotinmengen möglich. Die Angaben erfolgen üblicherweise in Milligramm (mg), doch auch die Angaben “Low”, “Medium” und “High” sind gebräuchlich. Hier ist jedoch die Auslegung, welche Menge als High, etc. gilt nicht einheitlich. Häufig findet man die Stärken:

  • 0 mg (None)
  • 9 mg (Low o. Medium)
  • 18 mg (Medium o. High)
  • 24 mg (High o. Extra High)
  • 36 mg (Extra High)

Hier sollte jeder Dampfer ausprobieren welche Menge für ihn die richtige ist. Meine Empfehlung ist aber, nicht mit “Extra High” einzusteigen, denn das ist meistens nicht nötig. Kleine Notiz am Rande: Ich habe mit 24 mg begonnen und habe mich inzwischen bei 0 – 9 mg eingependelt ;-)

Wo bekomme ich Liquids her?
Es gibt eine riesige Auswahl an Shops in denen man Liquids bekommen kann. Der am häufigsten gewählte Weg ist die Bestellung über das Internet. Aber auch immer mehr Tabak- oder spezielle Dampfer-Läden verkaufen Liquids offline. Die wenigsten Anbieter stellen ihre Liquids selbst her. Die meisten beziehen ihre Produkte vom Großhändler und labeln die Liquids aber mit dem eigenen Logo oder auch eigenen Namenskreationen. So kam es, dass ich in einem Tabakladen einmal ein Fläschchen “Maduro Cigar” und ein Fläschchen “Desert Ship” kaufte, um dann zu hause festzustellen, dass es sich dabei um das gleiche Aroma mit unterschiedlichen Namen handelte :-P

Vor längerer Zeit hieß es, dass in Liquids aus China (dem Ursprungsland der E-Zigarette) häufig große Keimbelastungen und andere Verunreinigungen festgestellt wurden. Deswegen wurde einige Zeit hier und da davor gewarnt, Liquids aus China zu verwenden. Während man früher auf diese Liquids angewiesen war, gibt es heute einge Bezugsmöglichkeiten in Europa oder auch in Deutschland direkt. Ein bekannter Liquidhersteller ist z.B. Flavourart in Italien. Die Liquids dieses Herstellers sind sehr weit verbreitet.

Was kostet das?
Der gängige Preis für 10ml Liquid liegt bei etwa 5- 7 EUR. Es gibt auch Liquids, die in deutschen Apotheken hergestellt werden. Hier ist die Auflage verhältnismäig klein, weswegen diese Liquids auch mal gerne bei etwa 10 EUR für 10 ml liegen. Bestellt man seine Liquids beim Großhändler selbst, wird es entsprechend günstiger. Hier kann man, je nach Nikotinstärke und Menge auf 0,60 EUR (!) pro 10 ml kommen. Allerdings ist dann auch mit höherer Lieferzeit zu rechnen. Wie viel Liquid verbraucht wird, hängt einerseits vom verwendeten Gerät ab und hat natürlich auch mit den Dampfgewohnheiten des Benutzers zu tun. Es gibt Geräte die mehr Liquid benötigen, andere kommen mit weniger aus. Die Faustregel die man hier und da findet besagt, dass 1 ml Liquid in etwa 10 Zigarettenlängen entspricht. Wo auch immer man seine Liquids bestellt oder offline kauft, eines steht fest: Man muss es erstmal schaffen so viel zu dampfen, dass man an die kosten von Tabak-Zigaretten ran kommt!

Selber mischen
Es wird immer beliebter, seine Liquids selbst zu mischen. Man bekommt alle Zutaten für die Herstellung auch einzeln zu kaufen. So kann man nochmal einige Euros sparen und sein Liquid vollständig auf den eigenen Geschmack anpassen. Allerdings ist der Aufwand und die Gefahr der ganzen Sache nicht zu unterschätzen! Wenn man sich bei der Menge des verwendeten Aromas vertut, schmeckt das Liquid einfach nicht, wenn man sich jedoch bei der Menge des Nikotins vertut, kann das große gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Man sollte über das Selber-Mischen also nur nachdenken, wenn man sehr gewissenhaft ist und schon einige Erfahrungen auf diesem Gebiet hat.